No No NoNo No No
(Pressetext: Sofia Hultén, 2009)
Die Konrad Fischer Galerie freut sich, im Rahmen der Düsseldorf Cologne Open Galleries Arbeiten der in Berlin lebenden schwedischen Künstlerin Sofia Hultén zu präsentieren.

Sofia Hultén: "In Between the Possibilities", 2010, 160 x 100 x 40 cm, step ladder, wood, metal, paint
Rekonstruktion, Renovierung und Neuanordnung sind immer wiederkehrende Prozesse in Sofia Hulténs Arbeit. Der Akt des Machens, die Materialität der Objekte, mit denen sie arbeitet, und deren Beziehung zur Zeitlichkeit stehen im Mittelpunkt. Mittels Video, Fotografie und Skulptur untersucht Hultén Zyklen der Transformation und Veränderung von den Dingen, die uns täglich umgeben.
Hatte Duchamp im Verfahren des Readymade noch den Gebrauchsfluss der Dinge unterbrochen, um im Akt der Benennung dem Massenhaften seine Einmaligkeit zurückzugeben, schiebt Hultén den Gebrauchsfluss des Abgelegten wieder an und reflektiert dabei gleichzeitig die Möglichkeit, sowohl die Vergangenheit als auch die Zukunft dieser wieder gewonnenen Dingwelt als prinzipiell unabgeschlossen zu betrachten. Im Offenhalten dieser Möglichkeit scheint die utopische Dimension der Arbeit Hulténs auf, in der es immer schon darum ging, das, was ist, auf seine Gewordenheit und Veränderbarkeit zu befragen. Sofia Hulténs bildhauerisches Arbeiten untersucht die Eigenschaften von Fundgegenständen und präsentiert sie als Vollplastiken oder als Protagonisten in Fotografien und Videos, immer vierdimensional und immer ihre Vergangenheit oder ihr Potential mitschwingen lassend. Sie setzt ganz gewöhnliche Gegenstände unüblichen Behandlungen und Handlungen aus, um zu sehen, wie sie sich verhalten, wenn sie aus ihrem eigentlichen Kontext herausgelöst sind.
So positionierte sie unlängst im Skulpturenpark Köln einen gefundenen Container, dessen Innerstes sie nach außen stülpte, indem sie ihn in seine Bestandteile zerlegte, wieder zusammengeschweißt und patiniert hatte.
Der Titel der Ausstellung No No NoNo No No bezieht sich auf den Eurodance-Hit No Limit von 1992 von 2 Unlimited. Für die kommende Ausstellung hat Sofia Hultén eine Münchner Autowerkstatt aufgekauft und erforscht die Beziehung zwischen Dekonstruktion und Kreativität im Wesen der verschiedensten profanen Gegenstände, die sie dort vorgefunden hat.
„Man kann ein subatomares Teilchen nicht wirklich als physikalisches Ding definieren, es wohl aber als Möglichkeitsbereich begreifen. Dies halte ich für eine großartige Betrachtungsweise in Bezug auf Objekte. Denn eigentlich entspricht dies der Art und Weise, wie ich selbst Objekte begreife, nämlich als herumwirbelnde Masse aus „Was kann ich sein?“, „Was war ich vorher?“, „Was steckt in mir?“. Jedes Teilchen umfasst das Potenzial einer unglaublichen Menge an Energie.”
Konrad Fischer Galerie, 09.09.11 bis 29.10.11
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