Neue Akademiesammlung
(Pressetext)
Die Fotografie spielt in der jüngeren Geschichte der Kunstakademie Düsseldorf eine wichtige Rolle. Die Lehrtätigkeit von Bernd und Hilla Becher ist mittlerweile legendär, da sie eine Reihe von Fotografen ausgebildet haben, die heute Weltruhm genießen. Candida Höfer, Thomas Struth, Thomas Ruff und Andreas Gursky haben neben anderen das Konzept der Fotografie, das die Bechers aus einem dokumentarischen Ansatz heraus entwickelt haben, weitergedacht und mit neuen Impulsen verbunden.
In diesem Zusammenhang kommt dem Werk von Gerhard Richter große Bedeutung zu. Seine Gemälde nach Fotografien werfen eine Reihe von Fragen nach dem Status von Malerei und Fotografie auf sowie nach der sich verändernden Beziehung der beiden Gattungen. Aufgrund von Richters großformatigen Gemälden und fototechnischer Neuerungen war eine Erweiterung der Fotografie in gemäldehafte Formate denkbar und möglich geworden. Die heute so genannte „Becher-Schule“ konnte dank dieser Voraussetzungen an der Kunstakademie Düsseldorf entstehen.
Es greift allerdings viel zu kurz, die Wahrnehmung der Fotografie an der Akademie auf die Bechers und ihre Studenten zu beschränken. Deshalb wird die Ausstellung Photographie und Video an der Kunstakademie Düsseldorf in der Akademie Galerie eine Reihe weiterer wichtiger Positionen umfassen.
Werke von Jan Dibbets, Klaus Rinke, Erwin Reusch, Nan Hoover, Gerhard Merz, Rosemarie Trockel u.v.a. werden in der Ausstellung zu sehen sein. Die Beziehung der Fotografie zu konzeptuellen Ansätzen lassen sich z.B. bei Klaus Rinke, Jan Dibbets und Christopher Williams erleben. Andere Künstler verwendeten die Fotografie, um neue Dimensionen räumlicher Wahrnehmung in ihren Arbeiten zu erreichen, was z.B. für Erwin Reusch und Gerhard Merz gilt. Fotografien als Grundlage für eine künstlerische Weiterarbeit wurde vor allem seit den siebziger Jahren immer mehr genutzt, wofür Sigmar Polke, Rosemarie Trockel und Dieter Roth originelle Strategien entwickelt haben.
Im erweiterten Sinne gehören natürlich auch die Künstler zum Thema, die sich des Videos als Mittel bedient haben, z.B. Nan Hoover, Marcel Odenbach, Rosemarie Trockel.
Die Ausstellung wird also einen repräsentativen Überblick bieten über Erweiterungen der künstlerischen Techniken und die herausragenden Bildleistungen, die auf einer breiteren Basis geschaffen worden sind.
Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog, der als Standardwerk zum Thema konzipiert wird.
Akademie Galerie, 16.09.11 – 05.02.12
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