Flieger
JENS ULLRICHs bevorzugtes Medium ist die Collage. Er verwendet Magazin-, Zeitungs- und Katalogabbildungen und verbindet diese mit zum Teil selbst entworfenen Elementen. Immer haben diese Bildwerke einen klaren Bezug zur Realität. Die Flieger sind Collagen aus Sportfotografien, gefunden in heutigen Tageszeitungen, und Abbildungen von Skulpturen aus der Zeit des Nationalsozialismus, so genannte Staatskunst der Jahre 1933- 1945. Die Sportler werden in spektakulären Momenten gezeigt, in denen sie sich gerade aus eigener Kraft vom Boden abgestoßen haben. Es sind fliegende Menschen.

Jens Ullrich: Taurus, 2010, 146 x 113cm
Ihre lebendigen Körper verschränken sich in der Collage mit den schweren bronzenen und steinernen Figuren zu Monumenten der Schwerelosigkeit. Im nur Zehntelsekunden andauernden, fotografierten Moment verwandelt sich das ganze Arsenal der übertrieben muskulösen Körper der Kämpfer, der Helden und Arbeiter bis zu den idealisierten Figuren der nackten Frauen, der siegreichen Sportlerinnen und starken Mütter in etwas ganz Neues.
JENS ULLRICH übersteigt mit seinen neuen Arbeiten das übliche Collage-Format. Seine Flieger sind lebensgroß und wurden in einzelnen Papierstücken direkt auf Leinwände geklebt. Die Werke sind ungeheuer bildstark und von einer erstaunlich leichten, poetischen Schönheit und Frechheit. Sowohl inhaltlich als auch formal sind sie auf mehreren Ebenen erfahrbar und deutbar: als politisches und gesellschaftliches Statement, als ironischer Kommentar, als wunderschönes Bild.
Pressetext
VAN HORN, bis 30.05.11
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