Erhellendes

Bilder der Dunkelheit ist die nunmehr vierte Schau, die im KIT zum Thema Videokunst präsentiert wird. Diesmal hat das im Ehrenhof ansässige inter media art institute seine Schleusen geöffnet und eine Ausstellung ermöglicht, die einen Überblick über die zahlreichen Schätze zeigt, die ansonsten nur vor Ort oder im Internet einzusehen sind.

Videokunst im Tunnel

Der große Vorzug dieser Schau ist, dass viele Werke nun in einem Rahmen zu besichtigen sind, der ihnen erst den Raum zur Entfaltung bietet. Videokunst hat es ja traditionell schwer, weil auch sie wie alle Kunst von einer ansprechenden Präsentation lebt. Im KIT können die Highlights des imai nun endlich zum Leben erwachen. Präsentiert werden diese ausgewählten Videos auf klassischen Fernsehmonitoren (Röhre in 4:3) und durch Projektion. Einige dieser per Beamer präsentierten Werke werden nicht nur an die Wand geworfen, sondern dürfen ihr Leben sogar in passgenau angefertigten Aufbauten entfalten. Dabei zeigt sich nebenbei, dass das KIT einfach ein formidabler Präsentationsraum ist, in dem man dank der langen Fluchten gerade ein Medium wie das der Videokunst passend in Szene setzen kann. Die ausgestellten Werke profitieren auf diese Weise ganz erheblich.

Was gezeigt wird, ist ohnehin hochkarätig: Werke der 1970er Jahre bis in die Gegenwart von Künstlern wie Marcel Odenbach über Klaus vom Bruch bis zu Maria Vedder. Über die konkreten Werke braucht man hier kaum Worte zu verlieren, entweder man kann etwas mit dieser Kunstart anfangen oder nicht.

Die Aficionados der Kunstform Video werden jedenfalls ihre Freude an der Ausstellung haben, weil die begehrte Videoware mal in einer raumgreifenden Weise zu sehen ist, die Kunst zur Entfaltung einfach benötigt. Wer von Videokunst ohnehin nichts hält, sollte lieber zu Hause bleiben.

Interessant ist vielleicht auch das Rahmenprogramm, das parallel zur Ausstellung in der Filmwerkstatt Düsseldorf zur Aufführung kommt. Dort werden jeweils am Freitagabend um 20:30 Uhr ausgewählte Werke zu sehen sein. Zum anschließenden Gespräch erscheinen auch die entsprechenden Künstler. „Was will uns der Künstler eigentlich sagen?“ und andere weiterführende Fragen zu Sinn und Unsinn der gezeigten Werke können also direkt gestellt werden.

 

Linus Wörffel