Doom Mood
(Pressetext)
Für seine dritten Einzelausstellung bei VAN HORN hat Markus Karstieß neue, wuchtige “Keramikmonster” erschaffen, die in düsterer und schillernder Abstraktion auf uns eindringen.
The Good Old Ultra Violence #1 und #2 sind zwei große Werke aus Keramik. Sie schimmern violett-golden düster. Die Monolithen liegen auf Leisten, man meint sie aus eigener Kraft über dem Boden schweben zu sehen, womöglich brummen sie vor sich hin. Sie erinnern an Raumschiffe einer fremden bedrohlichen Kultur oder an hardcore Meteoriten, aus der Umlaufbahn direkt in der Galerie gelandet.
Der Titel weist auf ihre Machart hin, da die großen Tonblöcke vom Künstler tatsächlich mit “Ultra Violence” bearbeitet worden sind und dadurch ihr zerklüftetes Inneres erhalten haben.
Der Parcours führt in den zweiten Raum der Galerie, in dem drei Platin-metallisch glänzende, dicke Keramikstäbe im Raum hängen und den Weg versperren. Die Arbeiten sind abstrakt, evozieren gleichzeitig Assoziationen mit Energieträgern, Brennstäben etc. und leuchten in metallisch-glänzender Kälte. Sie oszillieren zwischen glamouröser Oberfläche and brutalem Inneren, da der Künstler auch hier das Ausgangsmaterial Ton mit aller Gewalt bearbeitet hat – es sind Bißspuren zu sehen.
Im dritten Raum, der gleichzeitig das Büro ist, ist die Arbeit Büchner-Spiegel zu sehen, ein Werk, das ursprünglich für ein Theaterstück als reflektierendes Bühnenbild geschaffen worden ist und auch verwendet wurde. Die Arbeit wurde auf der Bühne angestrahlt und bewegt. Sie funktionierte wie die auf- und untergehende Sonne.
Im letzten Raum sieht man als Abschluss zwei Arbeiten – zerrissene, abgeblätterte, goldglänzende Keramik auf Streckgitter – im Gewand von Türen, die nirgendwohin führen.
Karstieß hat die Türen in neue Räume aufgestoßen. Er verwendet Keramik in seiner Kunst auf bisher nicht dagewesene Weise. Mit dem vermeintlich fragilen Material schneidet er in den Raum.
VAN HORN, bis 17.12.11
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